Saskia Esken zu Besuch in Pfuhl

von links: Sebastian Schmidt, Doris Aschenbrenner, Saskia Esken und mein Schulleiter Stefan Vielweib
von links: Sebastian Schmidt, Doris Aschenbrenner, Saskia Esken und mein Schulleiter Stefan Vielweib

Saskia Esken, Doris Aschenbrenner und Karl-Heinz Brunner haben mich an meiner Realschule in Pfuhl besucht und sich ein Bild von meinem Unterricht gemacht.

Angefangen hatte alles mit diesem Artikel. Darin erklärte Saskia Esken auch die Vorzüge des Flipped Classroom. Kurzerhand lud ich sie einfach dazu ein, mein Klassenzimmer zu besuchen, in dem seit über 2,5 Jahren mit Erklärvideos unterrichtet wird.

Und dann ging alles ganz schnell. Fünf Minuten später hatte ich eine Zusage und nach einer kurzen Terminabsprache war auch schon der 09.07.2015 für einen Besuch gefunden.

Zusammen mit der netzpolitischen Sprecherin der Bayern-SPD, dem ortsansässigen MdB Karl-Heinz Brunner kam Saskia Esken nach Pfuhl, an die Inge-Aicher-Scholl Realschule, meine Heimatschule.

Auf dem Programm stand zunächst der Austausch mit fünf Absolventen, welche die letzten Jahre mit Flipped Classroom unterrichtet wurden und in der Abschlussprüfung tolle Leistungen gezeigt hatten.

Ich war richtig stolz auf meine Schüler. Ich hatte sie nur gebeten, von ihrem Unterricht in den letzten Jahren zu berichten. Damit sie auch wirklich offen reden konnten, hatte ich extra das Klassenzimmer verlassen. In ihren Antworten an die drei Politiker steckte viel Lob, aber auch konstruktive Kritik. Ihr Haupttenor war, dass sie mit diesem Konzept weniger für Mathematik tun mussten und trotzdem mehr Zeit im Unterricht hatten. Einer der Hauptvorteile von Flipped Classroom. Natürlich waren sie auch stolz auf Ihre Ergebnisse in der Abschlussprüfung, auch wenn die nicht allein auf das Konzept zurückzuführen sind bzw. die Ergebnisorientierung nicht Hauptziel von Flipped Classroom sein darf.

Anschließend erklärte ich selbst meinen Gästen noch meine didaktischen Überlegungen und berichtete von meinen Erfahrungen mit dem Unterrichtskonzept.

Ohne Karl-Heinz Brunner, der leider früher gehen musste, besuchten Saskia Esken und Doris Aschenbrenner anschließend  noch mein umgedrehtes Klassenzimmer in der 6c. In dieser Klasse hatte ich vor einem knappen halben Jahr begonnen, mit Flipped Classroom zu unterrichten. Zunächst erschien mir das Alter dafür noch nicht medienaffin genug. Durch die Erfahrungen mit meiner Projektklasse wollte ich aber auch mit meinen jüngeren Schülern einen Versuch starten, vor allem weil sie sich immer wieder wünschten, dass ich ihnen doch auch einmal ein Video machen sollte. Wider Erwarten setzten die Schüler das Konzept aber von Beginn an sehr gut um und davon konnten sich auch die Gäste ein Bild machen.

Mit diesem Video (siehe auch weiter unten) hatten sich sowohl meine Schüler, als auch die Gäste mustergültig auf den Unterricht vorbereitet. Im hospitierten Unterricht gab es dann zu Beginn eine kleine Fragerunde und anschließend wiesen sich die Schüler selbst ihrem eigenen Leistungsstand zu und bearbeiteten entsprechend differenziert ihre Aufgaben. Man konnte gut erkennen, wie die Schüler sich selbst und ihr Arbeiten organisierten. Immer wieder wanderten sie durch das Klassenzimmer, um entweder mit anderen Schülern ihre Lösungen zu vergleichen, oder den Lehrer und Klassenkameraden Fragen zu stellen. So war zwar ein deutlich höherer Lärmpegel wie in einem traditionellen Unterricht zu vernehmen, andererseits waren dafür beinahe 45 Minuten nur in der Verantwortung der Schüler. Schön zu beobachten fand Doris Aschenbrenner die zwei Schüler, welche die Hausaufgabe nicht gemacht hatten. Sie hatten noch zu Beginn der Stunde immer wieder in das Heft des Nachbarn gesehen und diesem Fragen gestellt. Mit zunehmender Zeit aber hatten auch sie immer selbstständiger gearbeitet und ihre Aufgaben lösen können, wenn auch nicht in vollem Umfang. Ich selbst war in der ganzen Stunde immer wieder bei einzelnen Schülern, um sie zu pushen, zu motivieren, zu loben oder sie auf ihre Fehler aufmerksam zu machen.

 

Nach einer kurzen Feedbackrunde trennten sich anschließend wieder die Wege. Man war sich aber einig, dass es sich in Zukunft lohnen wird, Flipped Classroom Beachtung zu schenken. Beide Gäste wollten auch versuchen, politisch "Werbung" für dieses innovative Konzept zu machen. Denn letztlich sind es in Deutschland noch sehr wenige, die danach unterrichten. Wahrscheinlich auch, weil nicht alle rechtlichen Fragen zu dem damit verbundenen Medieneinsatz geklärt sind.

 

Fazit Doris Aschenbrenner:

“Man hat in den Aussagen der Absolventen, aber auch in der Unterrichtsstunde bei einer 6. Klasse gut erkennen können, welche Vorteile Flipped Classroom für die Schüler hat. Sie haben selbstständig gearbeitet und sich immer wieder gemeinsam mit Herrn Schmidt und den Klassenkameraden in ihrer Arbeit reflektiert. Es gab keinen Schüler, der unmotiviert vor seinen Aufgaben saß.“

 

 Fazit Saskia Esken:

„Ich finde das Konzept großartig, weil es eine doppelte Verbesserung von Unterricht ermöglicht: Beim Input können die Schülerinnen und Schüler ihre ideale Lernzeit wählen, den Vortrag wiederholen und Dinge nachschauen, die sie nicht verstehen. Und beim Üben, Vertiefen und beim Transfer haben sie alle Unterstützung, die sie brauchen – von den Mitschülern ebenso wie von der Lehrkraft, die jetzt deutlich mehr Zeit für individuelle Förderung hat.“

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